Absurdes und nur aus der Ferne amüsantes Details aus dem neuen Fahrplan der Essener Nahverkehrsgesellschaft:

„Weil sich Bochum, Hattingen und Essen nicht auf eine gemeinsame Finanzierung der Pontonbrücke zwischen den Haltestellen Schwimmbrücke und Bochum Dahlhausen einigen können, müssen die Fahrgäste zu Fuß über die Brücke. Auf der gegenüberliegenden Seite der Ruhr wartet dann jeweils die Evag oder die Verkehrsbetriebe der Nachbarstadt. „

Die Formulierung führt etwas in die Irre – die Brücke gibt es schon lange. So lange, dass nun keine schweren Busse mehr über sie fahren dürfen, wenn nicht renoviert wird.
 

Das Zwischenfall ist seit 1984 der Dark Wave / Wave / Schwarze Szene Laden im Ruhrgebiet – gelegen in Bochum Langendreer-West, gar nicht so weit weg vom Opel. Und nun ist vielleicht Schluss, zumindest in Langendreer: Ein Dachstuhlbrand mit ausgiebiger Löschaktion hat fürs Zwischenfall einen Nachteil, den die Betreiber nach ihrem ersten Besuch der Räume nach dem Brand so beschreiben:

„Die Decken hängen ca 1m runter, voll mit Wasser. Es tropft und plätscherd so vor sich hin. Sieht aus wie in ner Tropfsteinhöhle. Kein Feuerschaden. Oben is wohl komplett hin… Das Cafe ist „nur“ nass… Danke für all die Hilfeangebote! War unglaublich! Aber bis die Brandermittler fertig sind, danach die Statiker und Versicherer, das kann dauern.“

Ein Google-Panorama aus besseren Tagen:


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Jemand hat in einer Düsseldorfer Zeitung geschrieben, Oberhausen sei Provinz. Dem entgegnet die WAZ Oberhausen:

„Oberhausen, die 210.000-Einwohner-Großstadt, die Wiege der Eisenindustrie, der zentrale Touristenstandort fürs westliche Ruhrgebiet, der Gastgeber internationaler Stars, wird als schnöde „Provinz“ herabgestuft.“ (WAZ)

Eisenindustrie! Jaja. Ich finde das viel interessanter: Die Stadtwerke Oberhausen lassen die Oberhausener Abfall aufklauben  („Familie Luft sammelte viel Müll„), das heißt dann Super Sauber Oberhausen. Maskottchen ist jemand namens Theo Tonne. Und so sieht er aus (Foto von Theos Facebookseite – er übrigens war an der Gesamtschule Alt-Oberhausen):

Großartig! Fan werden!

 

Dat Schönste am Wein is dat Pilsken danach ist ein Buch über das Ruhrgebiet: Konrad Lischka (1979) und Frank Patalong (1963) sind da groß geworden. Jetzt kehren sie zurück, kramen in Erinnerungen und entdecken ihre Heimat neu – zwei Generation erzählen vom Leben im Provisorium, der Einzigartigkeit des Reviers und seiner wunderbaren Bewohner. Hier steht, worum es geht, warum es so heißt und wo man das Buch kaufen kann.

Veröffentlicht in Tach

Zwei Minuten von meiner alten Essener Wohnung entfernt lag Rene Pascals Drehscheibe. Da gingen konnte man alle Bekannten irgendwann mal treffen – die Rockabillys aus meiner alten Schule, die ältere Nachbarin mit dem Faible für Likörchen, mein Chef manchmal nach dem Fußball am Freitag. Die Kneipe gibt’s immer noch und auf der Theke steht immer noch das rotes Telefon, das die Bundespost Rene Pascal 1990 schenkte – als Denkesehr für seinen zum 5oo-jährigen Jubiläum komponierten Song “Ich schenke Dir ein rotes Telefon“. Mit meinem Videokollegen Jens Radü war ich voriges Jahr wieder da für eine Spiegel-Online-Reportage. Ein Besuch beim Knobelabend:

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Ruhrbarone, erscheint unregelmäßig, 8,95 Euro
Amazon: Ruhrbarone 2/20101/2010 ¦ Ruhrbarone.de ¦ Klartext-Verlag |

Vom Blog zum Hochglanzmagazin: Die Macher der „Ruhrbarone“ produzieren ohne Budget ein Regionalmagazin. Das erste Heft ist anders als alle Lifestyle-Stadtmagazine: böse, lustig, melancholisch. Und annähernd werbefrei. Den Druck hat ausgerechnet die WAZ-Gruppe bezahlt. Dieses Magazin ist in jeder Hinsicht größenwahnsinnig. Großverlage stellen Hefte ein, Regionalzeitungen entlassen Redakteure, und da produzieren die Macher des Ruhrgebiet-Blogs „Ruhrbarone“ einfach so ein Heft für eine der ärmeren Regionen Westdeutschlands: 122 Seiten schweres Papier, kaum Anzeigen, Klebebindung, Vierfarbdruck, lange Texte und die Ansage: „Weil kein anderer ein Magazin im Ruhrgebiet herausgibt, wie wir es uns vorstellen, haben wir es selbst gemacht.“ Wie die Herausgeber David Schraven, 39, und Stefan Laurin, 45, sich so ein Magazin vorstellen?

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